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23.6.17

Ja, Schatz!

Mit Liedern von Bodo Wartke
Fotografien: Carsten Nüster



















17.5.12

Vom Verhängnisse eine Puppe mit Namen Faustus zu bauen - Eine Fotoausstellung


Faust - eine Puppe, von mir hergestellt für das Stück: 
Glück Glanz Gloria. Premiere am 17.Juli 2012
auf dem Theaterkahn Dresden.
Foto: Antonia Mesgarha


Bau eine Puppe und lass sie links stehn!
Und denk dir, die wird schon noch irgendwann geh’n!
Ach, bald geht sie wirklich und kommt auf dich zu    
und reißt dir den Kopf ab und spielt Blinde Kuh.
Dann weißt du von Rechts wegen bist du gelinkt,
denn wenn sie den Arm den mächtigen schwingt,
rufst du entsetzt: "Du Puppe aus Leim,
du haust deinem Schöpfer die Fresse schon ein?
Wer ist hier der Meister und wär spielt den Sohn?!
Ist das meine Gage, dieser hungrige Lohn?!"
Bau eine Puppe und lass sie links steh!
Bau sie! Genauso wie mir wird's dir gehn.

PS. Der Puppe ist das schnuppe.











© Mesgarha 2012

6.3.06

Hinweisschilder - Eine Fotoausstellung


Winter 2006. Ein sehr verschneiter Winter..
Ich bin für einige Wochen in Chemnitz 
und komme mir vor wie im Schwarzwald.                                          
Tiefer Schnee wohin das Auge sieht.
Das „deutsche Manchester“ wird Chemnitz genannt, 
die äußeren Randbezirke sind voller 
Kleinbetriebe. Im 19. Jahrhundert entwickelte 
sich die Stadt zu einer der wichtigsten 
Industriestädte Deutschlands. Soviel zur Heimatkunde... 
Chemnitz ist nicht besonders schön. 
Genauer gesagt ist das Schöne nicht mehr zu sehen.
Britische und amerikanische Bomber vernichteten
am 13. und 14. Februar sowie am 5. März 1945 die gesamte 
historische Innenstadt und raubten der Stadt ihre Seele.

Heute weißt du nicht, ob du in Chemnitz oder 
Magdeburg bist. Jede Straße gleicht einer
Notlösung und am Ende rennst du dir die Hacken wund,
weil du alles verwechselst, weil alles gleich aussieht.
In diesen Tagen überdeckt aber der Schnee die
Straßen und Wälder mit einer Gleichgültigkeit die versöhnt.
Die Kälte wirkt gerecht, der Himmel lächelt ehrlich, 
als wolle die Zeit von vorne anfangen.
Ich wandere mit meiner Kamera entlang des 
Kappelbachs und entdecke ein Heizungsrohr, 
das sich wie eine Ader entlang des schmalen Wassers
bis in die Stadt zieht. Fernwärme für die Städter...
Graffiti ist auf dem Rohr, alte Schrift, Zeitungen…Spuren.
Ich fotografiere, wandle später die Farben in ihr Gegenteil,
oder bestärke sie, entdecke Strukturen. 
Zufälligkeiten werden zu Botschaften, verschlüsselten 
Landkarten. Werden zu Hinweisschilder. Irgendwo.

AM 2006























©Mesgarha 2006